IG Metall Jugend

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Öffentlichkeitsarbeit im Betrieb und der Region

Die richtigen Argumente gewinnen erheblich an Überzeugungskraft, wenn die Verhandlungen zur Übernahme durch öffentlichkeitswirksame Aktionen im Betrieb und in der Region begleitet werden.

Gerade in strukturschwachen Regionen ist der Berufseinstieg auch ein Thema für die Öffentlichkeit: Es geht bei der Frage nach der Übernahme nicht nur um die persönliche Lebensplanung jedes Einzelnen — sondern um die Zukunft einer ganzen Region.

Die Abwanderung junger Arbeitskräfte führt mancherorts zur Schrumpfung von Städten und Regionen. Die Kaufkraft der Bevölkerung sinkt — solche Standorte werden für zukünftige Investitionen uninteressant.

Regionale Bündnisse schliessen

Bei Kirchen, Sozialverbänden oder Bürgerinitiativen könnt ihr überzeugte und erfahrene Bündnispartner finden. Auch andere DGB-Gewerkschaften vor Ort sollten mit ins Boot geholt werden. Denn das Thema Übernahme betrifft die Auszubildenden aller Branchen.

Regionalpolitiker könnt ihr ebenfalls für eure Forderungen gewinnen. Schließlich geht es um die Zukunft ihrer Kommune. Besonders in Wahlkampfzeiten finden sich unter Lokalpolitikern Bündnispartner, die es zu nutzen gilt.

Tipps zur Pressearbeit

Im Vorfeld eurer Aktion solltet ihr eine Pressemitteilung an die örtlichen und regionalen Medien verschicken. Am besten gleich an die richtigen Ansprechpartner im Lokal- oder Politikressort. Definiert das Thema: möglicherweise wird gerade öffentlich eine Thematik diskutiert, an die ihr eure Aktion zur Übernahme anknüpfen könnt? Zum Beispiel die Veröffentlichung der Arbeitsmarktstatistik, Stellenabbau in der Region oder die Veröffentlichung einer Studie zur Jugendarbeitslosigkeit.

Check-Liste für die Pressemitteilung

  1. Die W-Fragen: "Wer macht die Aktion? Was passiert da? Warum passiert es? Wann findet sie statt? Wie und Wo wird sie durchgeführt?" beantworten.
  2. Ist der Informationswert deutlich? Ist seine Bedeutung für die Lebens- und Arbeitswelt der Leser klar beschrieben?
  3. Steht das Wichtigste am Anfang und das Unwichtigere am Schluss? Kann der Text von hinten her ohne Bedeutungs- oder Sinnverlust einfach gekürzt werden?
  4. Ist die Überschrift ansprechend und informativ, passt sie zu den ausgewählten Medien?
  5. Wird der Leser durch einen interessanten und informativen Vorspann zum Weiterlesen angeregt? ("Lead" — ein Absatz im Fettdruck zwischen Überschrift und Text)
  6. Bauen die einzelnen Gedanken und Informationen logisch aufeinander auf?
  7. Ist der Text ausreichend durch wörtliche und durch indirekte Zitate aufgelockert? (Gute Botschaftsträger!)
  8. Seid ihr selbst ausreichend detailliert und sympathisch beschrieben? Ist der Ort ansprechend und anschaulich beschrieben?
  9. Sind überflüssige Wortwiederholungen vermieden und alle Möglichkeiten für Umschreibungen ausgeschöpft? Werden Fachausdrücke vermieden?
  10. Ist der Text aktiv (statt passiv) formuliert? Kommen genügend aktive Verben vor?
  11. Ist schon am Kopf klar erkennbar, dass es sich um eine Pressemitteilung handelt und von wem sie kommt?
  12. Sind Absender und Kontaktinformationen (Name, Telefon, Fax, Mobilnummer, e-Mail) nochmals vollständig und richtig am Ende der Pressemitteilung aufgeführt?

Im Downloadbereich könnt ihr euch eine Muster-Pressemitteilung herunterladen.

Aktionsreihen

Mit einer ganzen Reihe von Aktionen bleiben eure Botschaften hängen. Plant gleich zu Beginn mehrere Aktionen und stimmt sie inhaltlich aufeinander ab. Entwickelt eine Dramaturgie eurer Aktionen: Zum Beispiel anfänglich im Betrieb, dann kleinere Aktionen in der Öffentlichkeit. Und abschließend medienwirksame Maßnahmen mit den Kernforderungen zur Übernahme.

Für den Erfolg eurer Aktion sind folgende Punkte zu beachten:

  • Die Aktion sollte außergewöhnlich sein (Ort, Größe oder Art).
  • Die Aktion spricht mehrere Reize an: Es gibt was zu Sehen und Lesen, zum Zuhören, zum Mitdiskutieren und/oder zum Schreiben.
  • Die Aktion regt zur Beteiligung an.
  • Die Aktiven sind inhaltlich gut vorbereitet und haben die passenden Argumente parat.
  • Der gesamte Ablauf der Aktion ist gut abgesprochen, eventuelle Schwierigkeiten habt ihr im Vorfeld berücksichtigt.
  • Die Presse ist über die Aktion rechtzeitig informiert. Das gilt vor allem bei Aktionen im öffentlichen Raum.
  • Die gesamte Aktion ist so aufgebaut, dass Pressefotos eure Botschaften transportieren.

Aktionen bilden auch ein optimales Umfeld, um eure Kolleginnen und Kollegen auf eine Mitgliedschaft in der IG Metall anzusprechen. Denn hier zeigt sich unsere Gewerkschaft von ihrer aktiven Seite.

Aktionsideen

Empfehlenswert für öffentlichkeitswirksame Aktionen ist die Broschüre »Themen zum Thema machen.« von Wolfgang Nafroth. Bestellbar unter www.nafroth.com.

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