Starke Argumente für eine sichere Zukunft

Wir haben ein Recht auf Perspektiven.

Heute werden rund 50 Prozent der Auszubildenden nicht übernommen. Der größte Teil von ihnen wird arbeitslos. Insgesamt ist in der Gruppe der 15- bis 24-jährigen die Erwerbslosenquote mit 14,9 Prozent fast doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung. Das ist ein Skandal.


Übernahme sichert jungen Menschen Zukunftsperspektiven — und die dringend notwendige Berufserfahrung. Wer die Übernahme verweigert, nimmt uns die Chancen auf einen guten Start ins Berufsleben. Das darf nicht sein.

Scheinargument der Arbeitgeber:

„Jugendarbeitslosigkeit betrifft vor allem die unqualifizierten Jugendlichen. Eine abgeschlossene Ausbildung macht den Einstieg in den Arbeitsmarkt dagegen einfach.“

Fakt ist:

Ohne echte Berufserfahrung verliert auch eine abgeschlossene Ausbildung schnell an Wert. Die Unternehmen suchen meist erfahrene Arbeitnehmer/-innen. Irgendein Job hilft da nicht weiter. Nur die Übernahme sichert uns den Einstieg in das Berufsleben.


Wir brauchen berufliche Sicherheit.

Unser Leben muss planbar sein — und dafür brauchen wir berufliche Sicherheit. Wer eine Beschäftigung außerhalb des erlernten Berufs annimmt, als Leiharbeiter/-in arbeitet oder sich mit Minijobs über Wasser halten muss, dem fehlt die Sicherheit, seine Zukunft zu planen. Das nehmen wir nicht hin.

Die Übernahme sichert die Zukunft einer Region. Für strukturschwache Regionen kann die Verweigerung der Übernahme negative Folgen haben. Junge Fachkräfte ohne qualifizierte Beschäftigung vor Ort wandern ab. Wichtiges Know-how geht verloren — und die Kaufkraft dieser Beschäftigten. Das ist eine Abwärtsspirale.

Scheinargument der Arbeitgeber:

„Wegen der Wirtschaftskrise können wir uns keine Übernahme leisten.“

Fakt ist:

Übernommene Auszubildende stärken die Konjunktur. Die Wirtschaft wird angekurbelt — das kommt auch den Unternehmen zu Gute. Viele Unternehmen haben in der Vergangenheit ein Plus erwirtschaftet, an dem sie die Belegschaft nicht teilhaben ließen. Es ist nur gerecht, wenn Unternehmen mit ihren Gewinnen auch Übernahmen ermöglichen.


Es geht um unsere gemeinsame Zukunft.

Immer weniger Auszubildende werden übernommen und gleichzeitig muss die Belegschaft immer länger arbeiten. Überstunden sind ein eindeutiges Zeichen für den Bedarf an mehr Arbeitskräften. Ein Unternehmen, das Überstunden anordnen kann, ist wirtschaftlich auch in der Lage seine Auszubildenden zu übernehmen. Das ist eine Tatsache.

Von der Übernahme profitiert die gesamte Belegschaft. Jeder Arbeitsplatz, der wegen des späteren Renteneintritts länger besetzt bleibt, versperrt den Nachwuchskräften den Weg in Berufsleben. Und den Älteren den wohlverdienten Ruhestand. Das ist nicht sozial gerecht.

Scheinargument der Arbeitgeber:

„Sollen wir eine Mutter oder einen Familienvater wegen der Übernahme eines Auszubildenden entlassen?“

Fakt ist:

Die Nichtübernahme kommt dem Stellenabbau gleich. Die übernommenen Ausgelernten gleichen lediglich die Abgänge in die Rente aus. Soll also nicht ohnehin die Belegschaft reduziert werden, gibt es keinen Grund, eine Mutter oder einen Familienvater für eine Ausgelernte oder einen Ausgelernten zu entlassen.


Auch Unternehmen tragen soziale Verantwortung.

Viele Unternehmen klagen über Fachkräftemangel. Mit dem Beginn der Wirtschaftskrise sind diese Stimmen zwar leiser geworden. Aber spätestens mit dem nächsten Aufschwung wird sich der Fachkräftemangel in der Wirtschaft bemerkbar machen. Unternehmen tragen die Verantwortung, schon heute diese Entwicklung aufzuhalten. Durch Übernahme. Dafür werden wir aktiv.

Mit der Ablehnung der Übernahme schneiden sich Unternehmen ins eigene Fleisch. Die kommenden Ausbildungsjahrgänge werden aufgrund des Geburtenrückgangs langfristig zahlenmäßig immer kleiner. Kluge Unternehmen sorgen jetzt vor und sichern sich die gut ausgebildeten Fachkräfte. Wir sind diese Fachkräfte. Das ist unsere Zukunft.

Scheinargument der Arbeitgeber:

„Ausbildung oder Übernahme. Beides zusammen lässt sich nicht finanzieren.“

Fakt ist:

Auszubildende und selbst ausgebildete Fachkräfte bringen Kostenvorteile. Auch Auszubildende tragen bereits zum betrieblichen Gesamtergebnis bei. Und nach der Ausbildung übernommene Arbeitnehmer/-innen müssen nicht erst eingearbeitet werden. Das lohnt sich auch für das Unternehmen.