Montag, 4. Oktober 2010

Bremen: 20 + 30 = 50 müssen bleiben!

Rund 600 Beschäftigte bei ArcelorMittal in Bremen unterstützten mit einem Warnstreik die Verhandlungen zur Stahltarifrunde 2010. Neben den Forderungen nach einem Flächentarifvertrag für die Leiharbeitskräfte, höherer Entlohnung und der Verlängerung des Tarifvertrages demographischer Wandel, ging es beim Warnstreik auch um die Zukunft von 50 jungen Kolleginnen und Kollegen. Deren befristete Übernahme-Verträge laufen im Januar 2010 aus.

Laut einer Betriebsvereinbarung, die während der Krise 2009 geschlossen wurde, werden nur 20 von ihnen entfristet, wie es für die 30 übrigen weitergeht, ist ungewiss. Die Belegschaft zeigte sich solidarisch mit den Jungen und dokumentierte ihre Solidarität mit Unterschriften auf einem Riesen-Zukunftsschild. "Ich unterstütze die Übernahme der Azubis bei ArcelorMittal Bremen - 20 + 30 statt Leiharbeit" steht dort in großen Buchstaben - darunter die Unterschriften der Beschäftigten.

Das Ergebnis der Aktion? Ein voller Erfolg. Neben den Verhandlungsergebnissen der Tarifrunde, die unter anderem einen Flächentarifvertrag für die Leiharbeitskräfte und mehr Geld für die Beschäftigten beinhalten, hat der Aufsichtsrat das Thema Übernahme noch einmal auf die Tagesordnung gesetzt. Ilka Biedermann, Betriebsrätin bei Arcelor, hofft, dass die jungen Fachkräfte bleiben können. "Wir brauchen nicht nur eine Perspektive  für die Jungen sondern auch für den Betrieb. In den nächsten Jahren werden zahlreiche Kolleginnen und Kollegen wegen Altersteilzeit die Hütte verlassen" so die Betriebsrätin, "dieser Abgang muss vorbereitet werden, dafür brauchen wir die jungen Kolleginnen und Kollegen."

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