Eine Jugend in Bewegung
Lautstarker Jugendprotest: 12.000 junge Gewerkschafter fordern
sichere und gerechte Perspektiven für die junge Generation
Frankfurt am Main, 5. September 2009: Der Opernplatz in der Frankfurter Innenstadt ist fest in jugendlicher Hand: Eine aufgehitzte, schwarz gekleidete Menschenmenge schwenkt gelbe „Zukunftsschilder“ mit den Forderungen der jungen Generation.
Mehr als 12.000 junge Metaller aus ganz Deutschland demonstrieren hier im Vorfeld der IG Metall-Veranstaltung „Gemeinsam für ein Gutes Leben“ für einen radikalen Richtungswechsel von Politik und Wirtschaft.
Die Kundgebung der IG Metall Jugend von 10.00 bis 11.00 Uhr auf dem Platz vor der Alten Oper bildete den Auftakt zum zentralen Aktionstag der IG Metall „Gemeinsam für ein Gutes Leben“. Sie ist gleichzeitig ein Höhepunkt der bundesweiten Jugendkampagne „Operation Übernahme“, mit der die IG Metall Jugend seit Anfang des Jahres von sich reden macht.
In einer kämpferischen Rede rief Bundesjugendsekretär Eric Leiderer die Jugend dazu auf, ihre Zukunft in die eigene Hand zu nehmen: „Es ist Bewegung in der Generation prekär“,
so der Gewerkschafter, „und das hier ist erst der Anfang!“ Er verwies auf die in der Krise deutlich gestiegene Protestbereitschaft der Jugend und erinnerte an die Viertelmillion Schüler und Studenten, die im Juni bundesweit für eine Reform des Bildungssystems demonstrierten.
Gleichzeitig ermunterte Leiderer die Jugend zu weiteren Aktionen: „Wir wissen, wie es draußen im Land in den Betrieben aussieht und wie die Stimmung in der Jugend ist. Wir lesen, dass 62 Prozent glauben, dass es zu richtigen sozialen Unruhen kommt, wenn die Arbeitslosigkeit so hoch bleibt und die Krise nicht aufhört. Und wir erfahren jeden Tag, was unsere ‚Operation Übernahme’ an Energie freisetzt, was da für eine Power hoch kocht, wenn die Kampagne mit Entschlossenheit und mit Zielstrebigkeit durchgezogen wird.“
Unterstützung erhielten die jungen Metaller auch vom IG Metall Vorstand. Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall und Regina Görner, zuständig für Jugendpolitik, verlangten ein Umdenken von Wirtschaft und Politik, hin zu mehr Sicherheit und Gerechtigkeit für die junge Generation. Mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl forderte Görner die Teilnehmer auf, sich „aktiv ins politische Geschehen einzumischen – sonst bleiben unser dringendsten Anliegen wie Ausbildung und Übernahme auf der Strecke“.
Leiderer warnte vor einem politischen Rechtsruck und forderte freien Zugang zu Bildung und Ausbildung, faire Arbeitsbedingungen und gerechte Zukunftsperspektiven für die junge Generation. „Was 68 an Unis passierte, das fängt heute gleichzeitig in den Betrieben, an den Unis und den Schulen an. Diese Jugend lehnt sich auf – und wir werden gemeinsam daran arbeiten, dass es immer mehr werden, die auf die Straße gehen und an die Adresse von Politik und Wirtschaft sagen: es reicht!“ sagte Leiderer unter heftigem Beifall der Teilnehmer.
Die zwölftausend jugendlichen Kundgebungsteilnehmer skandierten lauthals Parolen wie „Eins, zwei, drei, vier – die Zukunft übernehmen wir!“ oder „Miese Krise, Scheiß-System – die Jugend wird jetzt unbequem!“ In einer von „Ehrensenf“-Moderatorin Christine Henning und dem früheren MTV-Moderator Ingo Schmoll gestalteten Fragerunde formulierten die jungen Demonstranten lautstark ihre Wünsche und Forderungen für die Zukunft.
Zu dröhnenden Hip-Hop-Beats der Band Microphone Mafia schwenkte die Menge Tausende von Aktionsschildern in einer eindrucksvollen Choreografie, anschließend wurden die mit persönlichen Forderungen beschrifteten „Zukunftsschilder“ an rund um den Platz gespannte Seile gehängt. Dort war dann zu lesen, was sich die junge Generation für ihre Zukunft erhofft: „Übernahme nach der Ausbildung“ kam ebenso vor wie „Geld für ein neues Auto“, „bezahlbare Bildung“ oder „Mehr Protest!“ .
Nach dem Abschluss der Jugendkundgebung schlossen sich die Teilnehmer der Großveranstaltung der IG Metall in der Frankfurter Commerzbank-Arena an, wo unter anderem der Rapper Samy Deluxe auftrat.
Bereits am Vorabend hatte Frankfurt ganz im Zeichen der „Operation Übernahme“ gestanden. Im Rahmen einer nächtlichen „Schiffsdemo“ auf dem Main hatten 1.000 junge Gewerkschaftsmitglieder von Deck aus Sicherheit und Perspektiven für die junge Generation eingefordert. Sie stützten ihre Forderungen mit an Brücken aufgehängten Transparenten.
Weitere Informationen zur zentralen Jugendkundgebung
und zu „Operation Übernahme“ erhalten Sie bei:
Eric Leiderer
Bundesjugendsekretär beim Vorstand der IG Metall
0170 – 33 33 865
eric.leiderer@igmetall.de
Die Pressemitteilung als PDF
Frankfurter Ansage: Die Rede von Eric Leiderer als PDF
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