Montag, 20. Februar 2012

Pressestatement der IG Metall Jugend an Gesamtmetallpräsident Martin Kannegiesser:

„Azubis lassen sich nicht fangen wie Ratten!“

Frankfurt am Main, 20. Februar 2012: Erneut sieht sich die IG Metall Jugend gezwungen,  die aggressive Rhetorik des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall im Tarifkonflikt 2012 zurückzuweisen. Arbeitgeberpräsident Kannegiesser hatte in der heutigen Printausgabe der „Welt“ die Leitforderung der IG Metall nach unbefristeter Übernahme für Ausgebildete als „Rattenfängerei“ bezeichnet. Die IG Metall Jugend zeigt sich „geschockt“.

„Wir hoffen, dass Kannegiessers Vergleich des Tarifpartners IG Metall mit dem ‚Rattenfänger von Hameln’ einer unreflektierten Karnevalslaune geschuldet ist“, sagte Eric Leiderer, Bundesjugendsekretär der IG Metall, heute in Frankfurt. Dann wäre es „nur eine schlechte Büttenrede mehr.“

Wer aber ernsthaft die Forderung hunderttausender Auszubildender nach einer sicheren Perspektive als „Verführung Minderjähriger“ diffamiere, habe „endgültig den Kontakt zur betrieblichen Realität verloren und jede Moral seinen Verbandsinteressen geopfert“, sagte Leiderer. „Wo solche Demagogie hinführt, wissen wir alle. Unsere Azubis lassen sich nicht fangen wie Ratten - und das ist ein großer Erfolg der IG Metall.“

Wenn man schon Grimms Märchen bemühe, dann seien „Rattenfänger“ doch viel mehr „jene Arbeitgeber, die Auszubildende mit der vagen Aussicht auf einen festen Job über drei Jahre hinweg ausnutzen, ohne ihr Versprechen einzulösen“, sagte Leiderer. „Und davon gibt es leider mehr als genug.“

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