IG Metall Jugend

Die Zukunft gehört uns


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25.04.09 Hintergrundinformationen Das System hat einen Infarkt

Eric Leiderer, Bundesjugendsekretär der IG Metall


Statement zur Kampagne „Operation Übernahme“ der IG Metall Jugend auf dem Kongress „Junge Generation“ Berlin, 25. April 2009


– Es gilt das gesprochene Wort –

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das war ein tolles Bild. Unser Zukunftsregen – ganz in den Kampagnenfarben der Operation Übernahme.

Zukunftsregen: Das ist mein Stichwort. Denn das passt ganz gut. Schließlich steht die junge Generation in diesem Land schon lange im Regen. Und wird von Politik und Wirtschaft einfach dort stehen gelassen.

Deshalb macht die IG Metall ja diesen Kongress. Weil es um die Zukunftsperspektiven einer ganzen Generation geht. Und deshalb machen wir als IG Metall Jugend unsere Kampagne „Operation Übernahme“. Weil es für die jungen Beschäftigten in den Betrieben auch um ihre Zukunft geht. Um eine lebenswerte Zukunft – ganz im Sinne unseres großen Mottos „Gemeinsam für eines Gutes Leben“.

Doch es geht um mehr. Wenn wir dieses Motto ernst nehmen, geht es um viel mehr. Nämlich um die Zukunft unserer ganzen Gesellschaft.

„Die Krise gehört euch – Die Zukunft gehört uns – dieser Kapitalismus gehört weg.“ Das sind nicht nur markige Parolen. Das ist eine Ansage. Eine Kampfansage. Das ist eine Kampfansage an diejenigen, die in Politik und Wirtschaft das Sagen haben, und die nicht nur die tiefste Weltwirtschaftskrise seit 1929 zu verantworten haben, sondern auch eine gesellschaftliche Situation, die jungen Leuten schon viel länger nichts mehr zu bieten hat als ein hochgradig prekäres Dasein. Diesen Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft sagen wir: Die Krise gehört euch. Denn ihr habt den Scheiß verbockt.

Das ist auch eine Kampfansage an ein System, das uns jeden Tag unser Recht auf eine sichere Zukunft raubt, auf ein Leben in gesellschaftlicher Gerechtigkeit – auch und gerade zwischen den Generationen. Denn wir sind die Gesellschaft von morgen – ob Politik und Wirtschaft das so wollen oder nicht. Deshalb sagen wir: Die Zukunft gehört uns. Und wir werden gemeinsam was draus machen.

Und das ist eine Kampfansage an ein Wirtschaftssystem, in dem so viele Dinge so ganz grundlegend falsch laufen, dass wir uns langsam fragen müssen, ob es so noch eine Zukunft hat. Wir meinen: Diese Frage ist mehr als legitim in einer Situation, wo die Wirtschaft an allen Ecken und Enden zusammenbricht. Deshalb sagen wir: Dieser Kapitalismus gehört weg. Weil das Profitprinzip nicht nur zutiefst unmenschlich ist, sondern uns geradewegs in den Zusammenbruch geführt hat. Weil es höchste Zeit ist für eine Gesellschaft, in der die Interessen der Menschen im Mittelpunkt stehen, nicht die der Wirtschaft.

Dieses System hat einen Infarkt - und wenn dieses System einen Infarkt hat, dann muss es operiert werden.

Dazu brauchen wir eine breite gesellschaftliche Debatte. Die wollen wir anstoßen. Dazu brauchen wir Mut. Den haben wir. Dazu brauchen wir Bewegung. Und die wollen wir voranbringen.

Denn wer soll in dieser Debatte Wortführer sein, wer soll in dieser Bewegung voran gehen, wenn nicht die Gewerkschaftsjugend? Wenn nicht die IG Metall Jugend?

Dafür steht unsere Kampagne „Operation Übernahme“. Dafür steht unsere Aktion hier auf dem Kongress, dafür steht der Zukunftsregen.

Und jetzt gehen wir gemeinsam rüber zum Finanzministerium, direkt vors Tor. Und sagen den Bankrotteuren dort, dass wir unser Recht auf eine sichere Zukunft einklagen. Laut und offensiv.

Die Zukunft gehört uns.

 

Zum Pressefoto von Eric Leiderer


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