IG Metall Jugend

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18.03.10 Pressemitteilung "Kraft beweisen, dran bleiben, Druck machen" – Siemens will Stellen abbauen, die Jugend hält dagegen – und baut auf

Bad Neustadt/Saale, 18. März 2010: Rund 3000 Menschen füllen den Bad Neustädter Marktplatz, vor allem Schüler und Azubis. Sie sind die Zukunft dieser Region, deren wirtschaftliche Attraktivität Manager in München in Frage stellen. Dagegen wehren sie sich und haben ihre Ideen für eine lebenswerte Zukunft gleich mitgebracht.

Auf zweihundert Bausteine aus Karton haben die jungen Menschen zuvor gemalt, was sie seit Anfang des Jahres stärker bewegt denn je – ihre Wünsche, Träume und Hoffnungen für die Zukunft. Die meisten von ihnen wollen eine Familie gründen, Kinder großziehen, ein Haus bauen. Aber wenn Siemens seine Pläne wahr macht und damit der Region die Wirtschaftskraft entzieht, fehlen ihrer Heimat die dazu notwendigen Grundlagen.

Der Siemens-Konzern, der an der Saale Elektromotoren produziert, plant knapp die Hälfte von 2000 Arbeitsplätzen ins Ausland zu verlagern. Inklusive Zulieferer wären damit ebenso viele Familien von dem Kahlschlag betroffen. Jetzt steht die unmittelbare Zukunft der Region auf dem Spiel. Und für genau die macht die Jugend mobil – und gegen den Abbau von Arbeit weit über den Dunstkreis von Siemens hinaus. Was der für ihre Eltern und ihre eigenen Pläne bedeuten kann, treibt sie an und auf die Straße. Wort- und Widerstandslos wollen sie Siemens nicht das Feld überlassen.

Ins selbe Horn bläst Eric Leiderer, Bundesjugendsekretär der IG Metall. Er ist Gastredner auf dem heutigen Jugendaktionstag „Bau mit – Hier ist die Zukunft!“, den der Siemens-Betriebsrat und die IG Metall gemeinsam mit den jungen Menschen organisiert haben. Als Botschafter der jungen Gewerkschaftsgeneration schärft er den Anwesenden sein Mantra ein: Kraft beweisen, dran bleiben, Druck machen! Viele Aktionen, breit aufgestellt und ein langer Atem – das sei das Geheimnis des Erfolges.

„Ein paar einzelne Aktionen werden die Herren in München nicht beeindrucken. Die lenken erst ein, wenn sie nicht mehr anders können, wenn der Schaden größer ist als der Profit. Die lenken erst ein, wenn wir gemeinsam mit anderen Gruppen und Verbündeten in der Gesellschaft unsere Forderungen stellen, immer und immer wieder, laut und deutlich und mit einer starken Stimme“, ermutigt Leiderer die begeisterte Menge.

Als leuchtendes Beispiel erfolgreich gelebter Basisdemokratie zitiert er einen alten amerikanischen Gewerkschafter. Die Macht liege auf den Straßen und Plätzen, erklärt der IG Metaller, und die Menschen sollten weiter entschlossen zupacken und ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen. Leiderer betont: „Noch sind die Arbeitsplätze hier in Unterfranken nämlich nicht weg. Und sie werden auch nur dann wirklich abgebaut, wenn wir das zulassen – und das werden wir nicht tun!“

Die Demonstration auf dem Bad Neustädter Marktplatz ist eine von vielen Aktionen für den Erhalt von Arbeit, die ein breites regionales Bündnis aus Wirtschaft und Gewerkschaft, Politik und Gesellschaft und den Kirchen ins Leben gerufen hat. Der Kampf gegen die Pläne von Siemens und für eine bessere Zukunft geht in die nächste Runde.


Informationen erhalten Sie bei:
Eric Leiderer
Bundesjugendsekretär beim Vorstand der IG Metall
0170 – 33 33 865
eric.leiderer@igmetall.de


Die Pressemitteilung als PDF


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