Pressemitteilung
24.01.09 Pressemitteilung Leuchtender Auftakt in Erfurt: IG Metall Jugend-Konferenz startet bundesweite Kampagne mit spektakulärer Licht-Aktion bei Nacht und Nebel
Erfurt, 23. Januar 2009: Ungewohnte Bilder gab es am Wochenende in der Erfurter Innenstadt zu bestaunen. Mit einer spektakulären Licht-Aktion bezog die IG Metall Jugend öffentlichkeitswirksam Position zum Thema Jugendarbeitslosigkeit. Die Nacht-und-Nebel-Aktion der Gewerkschaftsjugend war Höhepunkt der Auftakt-Konferenz für ihre bundesweite Kampagne unter dem Motto „Operation Übernahme“.
Gespenstische Schatten huschen über die Fassaden, eine schattenhafte Gestalt seilt sich langsam vom Dach herab ab, mit einer Farbrolle „streicht“ sie großflächig die Häuserwände der pittoresken Altbauten.
Dieses ungewohnte Szenario gab es Freitag Nacht in der Erfurter Innenstadt zu bestaunen. Urheber der spektakulären Aktion war die IG Metall Jugend, die mit dieser Guerilla-Aktion den Auftakt ihrer bundesweiten Kampagne zum Thema Übernahme nach der Ausbildung setzte.
Die Kampagne „Operation Übernahme“ ist die öffentliche Forderung der Gewerkschaftsjugend nach Sicherheit und Perspektiven für die junge Generation. Mit ihrer Auftaktkonferenz in Erfurt bezog die IG Metall Jugend deutlich Position für die Interessen junger Menschen.
„Wir gehen das Thema offensiv an, denn die Situation ist dramatisch“, sagte Bundesjugendsekretär Eric Leiderer. „Und wir beginnen in den Betrieben.“ Das Ziel sei die tarifvertraglich gesicherte Übernahme aller Auszubildenden. „Berufserfahrung nach der Ausbildung ist heute unerlässlich für den Einstieg in das Berufsleben“, so Leiderer, „und dafür brauchen wir die tarifvertraglich gesicherte Übernahme.“
In seiner Abschlussrede rief Leiderer dazu auf, auch in Krisenzeiten nicht von den Forderungen abzuweichen. „Wir haben ein Recht auf die Übernahme nach der Ausbildung“ so Leiderer, „weil wir entschieden haben, dass wir unser Recht auf Perspektiven, auf berufliche Sicherheit und auf eine lebenswerte Zukunft offensiv einfordern wollen – auch und gerade mit Gegenwind.“
Die Übernahmesituation in deutschen Unternehmen ist denkbar schlecht. Nur noch etwa 50 Prozent eines Jahrgangs werden vom Ausbildungsbetrieb nach Ende der Ausbildung eingestellt. Der spätere Renteneintritt und der Wegfall der Altersteilzeit erschweren zusätzlich das Nachrücken der Jüngeren auf die Arbeitsstellen in den Betrieben.
Zwar sind die Stimmen, die den Facharbeitermangel beklagen, in den Zeiten der Wirtschaftskrise leiser geworden – in vielen Branchen fehlt es aber nach wie vor an gut ausgebildeten Fachkräften. „Eine gute Ausbildung allein reicht heute aber nicht mehr aus“ erklärt Leiderer, „Berufserfahrung im Anschluss an die Ausbildung ist enorm wichtig für einen guten Einstieg in das Arbeitsleben. Sonst verlieren die Nachwuchskräfte bei den sich permanent wandelnden Anforderungen schnell den Anschluss.“
Im Anschluss an die nächtliche Aktion trafen sich die Metaller am Samstag zu einer Arbeitstagung, auf der sie sich intensiv über die prekäre Übernahmesituation in deutschen Unternehmen austauschten und in Arbeitsgruppen die Aktivitäten für den weiteren Verlauf der auf zwei Jahre angelegten Kampagne planten.
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Eric Leiderer
IG Metall Vorstand
Ressort Jugendarbeit- und politik
Tel: 069 – 66 93 22 60
Mail: eric.leiderer@igmetall.de