Pressemitteilung
25.09.09 Pressemitteilung Operation Übernahme rüstet für Koalitionsverhandlungen - Erster politischer Kampagnenerfolg: Spitzenpolitiker machen Übernahme zum Wahlkampfthema
Frankfurt am Main, 25. September 2009: In den letzten Tagen vor der Bundestagswahl sind die Spitzenpolitiker der Parteien überall medial präsent, um Wähler zu mobilisieren. Dank der bundesweiten IG Metall-Jugendkampagne „Operation Übernahme“ entdecken sie jetzt auch die Themen der jungen Generation.
Nach einem überwiegend inhaltsleer geführten Wahlkampf setzen Politiker aller Parteien kurz vor der Wahl neben Themen wie Ampel-Koalition, Neuverschuldung oder Sicherung von Arbeitsplätzen seit neuestem verstärkt auf die Zukunft der Jugend – und auf das Thema Übernahme nach der Ausbildung. „Die öffentliche Präsenz dieser Kernforderung der Gewerkschaftsjugend ist ein politisches Novum – und ein direktes Ergebnis unserer massiven Mobilisierungserfolge“, sagt Eric Leiderer, Bundesjugendsekretär der IG Metall.
So äußerste Frank-Walter Steinmeier, Kanzlerkandidat der SPD, in einem Interview am Wochenende, die geförderte Altersteilzeit um weitere fünf Jahre verlängern zu wollen mit der Auflage, dass für jeden, der vorzeitig ausscheidet, ein junger Arbeitnehmer unbefristet nachrückt. Wir könnten und dürften es uns nicht leisten, so der SPD-Kandidat, fertig ausgebildete Jugendliche in den Betrieben zu haben, die dann nicht übernommen würden.
Ähnliche Worte waren auch aus dem anderen Lager zu vernehmen. Auf einer Telefonkonferenz vergangenen Freitag mit Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), Spitzenvertretern der Länder, von Arbeitgebern sowie Forschungsorganisationen forderte IG Metall Vorstandsmitglied Regina Görner von der Bundesregierung, die Betriebe zu ermuntern, im Frühjahr 2010 ihre Auszubildenden für mindestens ein Jahr zu übernehmen. Ferner sollten Betriebsvereinbarungen geschlossen werden, so Görner weiter, um auch für kleinere Unternehmen für die Zeit nach der Krise einen ausreichenden Bestand an Fachkräften zu sichern. Die Bundesbildungsministerin hatte bereits Anfang September einen „Rettungsschirm“ für junge Menschen in Aussicht gestellt, die nach der Ausbildung nicht übernommen werden und forderte dazu einen Pakt für Ausbildung plus Beschäftigung.
Die IG Metall Jugend begrüßt mit Nachdruck, dass Spitzenpolitiker sich des Themas Übernahme nach der Ausbildung annehmen. „Das ist ein wichtiges politisches Signal und zweifelsohne ein riesiger Erfolg für unsere Kampagne ‚Operation Übernahme’“, sagt Eric Leiderer. Allerdings warnte er auch direkt vor zu viel Optimismus: „Es ist Wahlkampf“, so der Bundesjugendsekretär, „da versprechen Politiker erfahrungsgemäß das Blaue vom Himmel – und haben es drei Tage nach der Wahl dann wieder vergessen. Dieser Erfolg kann deshalb nur als erster Schritt in die richtige Richtung gewertet werden.“
„Die IG Metall Jugend macht seit Anfang des Jahres mit den Themen der Kampagne auf die zunehmende Prekarisierung der jungen Generation aufmerksam“, erläutert der Gewerkschafter weiter. So würden mittlerweile höchstens noch fünfzig Prozent der Auszubildenden übernommen, „der Rest landet in so genannten atypischen Arbeitsverhältnissen wie Leiharbeit oder direkt bei Hartz IV“. Aber wer direkt nach der Ausbildung arbeitslos wird, dem fehle schnell die nötige Berufserfahrung und der Einstieg in das Erwerbsleben werde massiv erschwert.
Die IG Metall Jugend werde deshalb – egal wie der Wahlkampf ausgehe - die Politik an ihre Verspechen erinnern, so Leiderer weiter, und dafür sorgen, dass die Übernahme nach der Ausbildung bei den bevorstehenden Koalitionsverhandlungen ganz oben auf der Themen-Liste steht.
„Wir wollen direkt beteiligt sein, wenn die neue Regierungskoalition ihre Lösungsvorschläge entwickelt“, fordert Leiderer, „wir sind schließlich die Experten für Ausbildung und Übernahme“. Falls von Seiten der Politik keine zufrieden stellenden Resultate angeboten würden, hat Leiderer auch bereits eine Antwort parat: „Der Kampf um die Übernahme wird in den Betrieben entschieden!“
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Eric Leiderer
Bundesjugendsekretär beim Vorstand der IG Metall
0170 – 33 33 865
069 - 6693 22 60
eric.leiderer@igmetall.de
Die Pressemitteilung als PDF